Ultraschall-Leckagedetektor prüft undichte Druckluftkupplung an Stahlrohrleitung
Bild: Druckluftbrevier

Leckageerkennung

Teil von Leckageerkennung in Druckluftsystemen: Methoden und Kosten

Leckageerkennung Checkliste für Begehungen und Messprotokolle

Leckageerkennung Checkliste: Prüfpunkte an Kupplungen, Schläuchen, Zylindern und Ventilen, Messgrößen in bar, l/min und dB, Messprotokoll und Kosten.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Prüfbereiche: Kupplungen, Schläuche, Zylinder, Ventile, Wartungseinheiten, Filter.
  • Messgrößen: Druck in bar, Volumenstrom in Liter pro Minute, Schallpegel in Dezibel.
  • Formulare: Begehungsprotokoll für den Rundgang, Leckageliste für die Instandhaltung.
  • Geräte von Fluke, Testo und SICK, Bezugsdaten von Kaeser.
  • Nacharbeit je Leckage meist 15 bis 40 Euro netto, mit 19 Prozent MwSt. entsprechend mehr.

Prüfpunkte in der Reihenfolge des Luftwegs

Die Begehung folgt dem Luftweg vom Kompressor bis zum letzten Verbraucher. Diese Reihenfolge verhindert, dass Abzweige und selten genutzte Anschlüsse übersehen werden. Vor dem Start wird die Anlage auf Betriebsdruck gefahren, denn ohne Druck ist keine Leckage hörbar oder messbar.

Reihenfolge der Prüfpunkte vom Kompressor bis zum Verbraucher (Leckageerkennung Checkliste für Begehungen und Messprotokolle)
Die Begehung folgt dem Luftweg, damit keine Abzweige übersehen werden. Image: Druckluftbrevier

Für Druckluftanlagen greifen die Prüfpflichten der Betriebssicherheitsverordnung. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin konkretisiert sie im Regelwerk der Technischen Regeln für Betriebssicherheit.

Messgrößen und Messprotokoll

Jede Leckage wird mit mindestens zwei Messgrößen belegt. Der Druck in bar beschreibt nur das Niveau im Netz und zeigt keinen Verlust. Erst der Volumenstrom in Liter pro Minute macht den Schaden bezifferbar, der Schallpegel in Dezibel erleichtert das Wiederfinden.

Messgröße Einheit Erfassung Aussage
Druck bar Manometer, Drucksensor, Differenzdruckmessung Netzniveau, Absenkung bei Entnahme
Volumenstrom l/min Durchflussmessung, Vergleich Last und Leerlauf Verlustmenge je Leckage
Schallpegel dB(A) Ultraschallmikrofon, akustische Kamera Ort und Intensität der Leckage
Betriebsstunden h Betriebsstundenzähler Hochrechnung auf das Jahr

Beispielrechnung: Ein Leck von einem Millimeter Durchmesser verliert bei 6 bar etwa 1,2 Liter pro Sekunde, also rund 72 Liter pro Minute. Über 8.000 Betriebsstunden summiert sich das auf etwa 34.500 Kubikmeter Druckluft. Normen und Fachinformationen zu Drucklufttechnik und Leitungsnetzen bündelt der VDMA auf seinen Fachseiten.

Begehungsprotokoll und Leckageliste

Das Begehungsprotokoll hält Datum, Uhrzeit, Begeher, Anlagenbereich, Betriebsdruck in bar, Messgerät mit Seriennummer und die Umgebungsbedingungen fest. Wichtig ist der Vermerk, ob die Anlage während der Messung unter Druck stand. Ein Protokoll ohne diesen Hinweis ist für die Nacharbeit wertlos.

Die Leckageliste führt je Fund eine laufende Nummer, den Ort, das Bauteil, den geschätzten Verlust in Liter pro Minute, den Schallpegel in Dezibel, die Priorität und ein Foto. Nach der Reparatur werden Restverlust und Erledigungsdatum ergänzt.

Messgeräte und Anbieter

Für die Ortung sind Ultraschallgeräte üblich, weil sie Leckagen auch bei lauter Umgebung sichtbar machen. Fluke bietet akustische Kameras zur Leckageortung, Testo Ultraschall-Leckagedetektoren und Schallpegelmessgeräte. Für die Mengenbewertung braucht es Durchfluss- und Differenzdruckmesstechnik, wie sie SICK als Sensorik für Druckluftsysteme liefert.

Kosten der Nacharbeit: ein Rechenbeispiel

Beispielrechnung: Eine undichte Verschraubung an einer Wartungseinheit verliert 20 Liter pro Minute. Die Reparatur dauert 15 Minuten, der Stundensatz liegt bei 60 Euro, das Ersatzteil kostet 10 Euro.

  • Lohn: 15 Euro netto
  • Material: 10 Euro netto
  • Summe: 25 Euro netto
  • Mit 19 Prozent MwSt.: 29,75 Euro

Nicht behoben kostet dieselbe Leckage bei 8.000 Betriebsstunden rund 9.600 Kubikmeter Druckluft. Bei 0,10 Kilowattstunden je Kubikmeter und 0,20 Euro je Kilowattstunde sind das etwa 192 Euro im Jahr. Kompressorendaten von Kaeser zu Schrauben- und Kolbenkompressoren liefern die Bezugsgröße für diese Verlustrechnung.

Häufige Fragen

Wie oft sollte eine Leckagebegehung stattfinden?

Üblich sind zwei Begehungen pro Jahr, bei Anlagen mit vielen schnelllaufenden Zylindern auch quartalsweise. Nach Umbauten lohnt eine zusätzliche Begehung.

Reicht ein Schallpegelmessgerät für das Messprotokoll?

Für die Ortung in ruhigen Bereichen ja. Für die Bewertung in Liter pro Minute braucht es zusätzlich eine Durchfluss- oder Differenzdruckmessung.

Welche Angaben gehören in die Leckageliste?

Laufende Nummer, Ort, Bauteil, Verlust in Liter pro Minute, Schallpegel in Dezibel, Priorität, Foto, Maßnahme und Erledigungsdatum.

Wie werden die Verluste in Liter pro Minute berechnet?

Über die Differenz zwischen Last- und Leerlaufmessung am Kompressor oder über die Kennlinie des Bauteils. Faustwert: 1 Millimeter Leckdurchmesser entspricht bei 6 bar etwa 72 Liter pro Minute.

Was kostet die Behebung einer einzelnen Leckage?

Im Beispiel oben 25 Euro netto, mit 19 Prozent MwSt. 29,75 Euro. Bei schlecht zugänglichen Stellen liegt der Aufwand höher.

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