Ultraschallgerät ortet Leckage an Druckluftleitung im Betrieb
Bild: Druckluftbrevier

Leckageerkennung

Teil von Leckageerkennung in Druckluftsystemen: Methoden und Kosten

Leckageerkennung in 6 Schritten im Betrieb durchführen

Leckageerkennung Schritte: Vorbereitung, Messbereich, Begehung, Markierung, Messprotokoll und Nachkontrolle mit Kosten pro Begehung netto und brutto.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Vorbereitung: Netzplan, Zeitfenster und Zuständigkeit klärt der Schichtleiter vorab.
  • Messbereich: ein abgegrenzter Netzabschnitt, Bilanz über Differenzdruck und Durchfluss.
  • Begehung: zwei bis drei Stunden, Ortung mit Ultraschallgerät.
  • Markierung und Messprotokoll sichern jede Fundstelle mit Nummer und Datum.
  • Beispielrechnung: drei Stunden Eigenbegehung kosten netto 270,00 Euro, brutto 321,30 Euro.

Schritt 1: Vorbereitung vor der Schicht

Zuständig ist der Instandhalter, freigegeben wird die Begehung vom Schichtleiter. Beide legen Termin, Route und Zeitfenster schriftlich fest, üblich sind zwei Stunden am Vormittag zwischen 8 und 10 Uhr.

Der Netzplan zeigt Kompressorenstation, Trockner, Filter, Hauptleitungen und Abgänge, damit die Route keine doppelten Wege enthält. Die abgearbeiteten Punkte werden auf dem Plan abgehakt. Vor dem Start prüft der Instandhalter die Gefährdungsbeurteilung nach Betriebssicherheitsverordnung und die zugehörigen technischen Regeln. Die Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS) der BAuA konkretisieren die Prüfungen an Druckluftanlagen.

Messgeräte, Ersatzbatterien, Leckagemarkierer und ein leeres Messprotokoll liegen bereit, bevor die Begehung beginnt. Reichen die zwei Stunden nicht, wird die Route geteilt und am Folgetag fortgesetzt.

Schritt 2: Messbereich und Messmittel festlegen

Der Messbereich umfasst einen abgrenzbaren Netzabschnitt, häufig die Hauptverteilung eines Gebäudes mit sechs bis acht Abgängen. An der Einspeisung erfasst der Instandhalter die Bilanz aus Differenzdruckmessung und Durchflussmessung. Für diese Messaufgabe im Druckluftsystem bietet SICK Sensorik für Messungen im Druckluftsystem an.

Für die Suche an der einzelnen Stelle kommt ein Ultraschallgerät zum Einsatz, etwa von Fluke oder Testo. Ein Leckagemarkierer, Kabelbinder, Etiketten und ein Klemmbrett gehören in den Werkzeugwagen. Je Netzabschnitt sind fünfzehn bis zwanzig Minuten Messzeit realistisch.

Schritt 3: Begehung im laufenden Betrieb

Die Begehung startet an der Kompressorenstation und folgt der Fließrichtung bis zum letzten Verbraucher. Der Instandhalter geht die Route in zwei bis drei Stunden ab. Im Zweischichtbetrieb mit sechzehn Stunden Laufzeit am Tag liegt der Termin in der produktionsstarken Phase, weil dann alle Abgänge unter Druck stehen. Ein zweiter Durchgang am Nachmittag entfällt, wenn alle Abgänge erreichbar waren.

Gehörschutz, Sicherheitsschuhe und eine zweite Person für die Protokollführung sind sinnvoll. Jede hörbare Leckage wird mit Kopfhörer und Ultraschallsonde nachgeortet, der Messwert sofort eingetragen. Absperrungen und Ventilstellungen bleiben während der gesamten Begehung unverändert, damit die Bilanz stimmt.

Schritt 4: Fundstellen markieren

Jede bestätigte Leckage erhält einen Leckagemarkierer mit laufender Nummer, Datum und Kürzel des Prüfers. Der Markierer sitzt unmittelbar an der Fundstelle, nicht am nächstgelegenen Rohr, damit die Reparatur ohne erneute Suche beginnt.

Zuständig für die Markierung ist der Instandhalter. Der Schichtleiter informiert die Produktion, wenn eine Reparatur eine Anlage kurzzeitig stilllegt. Ventile, Verschraubungen, Kondensatableiter und Schnellkupplungen werden getrennt gezählt, weil ihre Ausfallhäufigkeit unterschiedlich ist.

Schritt 5: Messprotokoll und Verlustberechnung

Das Messprotokoll hält je Fundstelle Ort, Nummer, Messmittel, Ultraschallpegel, Leckagerate in Litern pro Minute und die geschätzten Betriebsstunden fest. Aus Leckagerate, Betriebsstunden und Strompreis ergibt sich der Jahresverlust in Euro. Als Bezugsgröße dient die Liefermenge des Kompressors, Produktdaten zu Schraubenkompressoren von Kaeser nennen Liefermenge und spezifische Leistung.

Der Instandhalter übergibt das Protokoll am Schichtende an den Schichtleiter. Dieser setzt die Prioritäten für die Reparatur und gibt den Auftrag schriftlich frei. Fachinformationen des VDMA zur Drucklufttechnik helfen bei der Bewertung von Normen und Leitungsnetzen.

Kosten pro Begehung: Beispielrechnung

Variante Dauer Netto 19 Prozent MwSt. Brutto
Eigenbegehung, zwei Personen 3 Stunden 270,00 Euro 51,30 Euro 321,30 Euro
Externer Dienstleister 8 Stunden 960,00 Euro 182,40 Euro 1.142,40 Euro

Angenommen sind 45,00 Euro netto je Personenstunde bei der Eigenbegehung und 120,00 Euro je Stunde beim Dienstleister. Die Werte sind eine Beispielrechnung ohne Materialkosten für Reparaturen.

Schritt 6: Nachkontrolle nach zwei Wochen

Vierzehn Tage nach der Begehung prüft der Instandhalter jede markierte Stelle erneut. Für die Kontrollbegehung wird dasselbe Ultraschallgerät verwendet, damit die Messwerte vergleichbar bleiben. Eine Leckage, die erneut auftritt, erhält eine neue Nummer im Protokoll.

Der Schichtleiter vergleicht die verbleibende Leckagerate mit dem Ausgangswert und legt das nächste Intervall fest, in dicht belegten Netzen alle sechs Monate. Zum Abschluss werden die Markierer entfernt und der Reparaturerfolg im Protokoll bestätigt.

Häufige Fragen

Wie lange dauert eine Leckageerkennung im Betrieb?

Rechnen Sie mit zwei bis drei Stunden Begehung für ein Gebäude mit sechs bis acht Abgängen, dazu eine Stunde Vorbereitung und eine Stunde Dokumentation.

Welche Werkzeuge braucht der Instandhalter?

Ultraschallgerät, etwa von Fluke oder Testo, Differenzdruckmesser oder Durchflussmesser, Leckagemarkierer, Kopfhörer und ein Messprotokoll.

Wann ist die Nachkontrolle fällig?

Vierzehn Tage nach der Begehung. Danach folgt ein festes Intervall von sechs bis zwölf Monaten.

Was kostet eine Begehung ohne und mit Mehrwertsteuer?

Eine Eigenbegehung mit zwei Personen über drei Stunden kostet netto 270,00 Euro, mit 19 Prozent MwSt. 321,30 Euro. Ein externer Dienstleister liegt deutlich höher.

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