Leckagekosten: Verluste in Euro pro Jahr berechnen
Bild: Druckluftbrevier

Leckageerkennung

Teil von Leckageerkennung in Druckluftsystemen: Methoden und Kosten

Leckageerkennung Kosten: Verluste in Euro pro Jahr berechnen

Leckageerkennung Kosten: So berechnen Sie Druckluftverluste von 1, 3 und 5 mm bei 6 bar, 4.000 und 8.000 Stunden in Euro pro Jahr, netto und mit 19 Prozent MwSt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Ein Leck mit 1 mm Durchmesser verliert bei 6 bar etwa 60 Liter Druckluft pro Minute.
  • 3 mm und 5 mm erzeugen wegen der größeren Fläche rund neun- bzw. 25-fache Verluste.
  • Bei 4.000 Betriebsstunden kostet das 1-mm-Leck netto rund 288 Euro pro Jahr, bei 8.000 Stunden 576 Euro.
  • Die Beispielrechnung nutzt 20 Cent je kWh netto, angelehnt an die BDEW-Strompreisanalyse für Industriekunden.
  • Messkosten und BAFA-Zuschüsse verändern die Amortisationszeit.

Verlustleistung richtig abschätzen

Leckagen entstehen an Verschraubungen, Kupplungen, Schläuchen, Ventilen und Wartungseinheiten. Der Volumenstrom steigt mit dem Quadrat des Lochdurchmessers. Ein 3-mm-Leck verliert deshalb etwa neunmal so viel Druckluft wie ein 1-mm-Leck. Bei 5 mm sind es rund 25-mal so viel.

Der VDMA beschreibt in seinen Fachinformationen zur Drucklufttechnik Normen, Leitungsnetze und Komponenten. Für die Kostenrechnung zählt der Normvolumenstrom. Er beschreibt, welche Luftmenge der Kompressor ansaugen muss, um den Druck im Netz zu halten.

Leckagen laufen auch in Pausen, am Wochenende und im Urlaub weiter. Genau diese Stunden treiben die Jahreskosten.

Die 4.000 oder 8.000 Betriebsstunden sind Annahmen. Viele Betriebe fahren zwei Schichten an 250 Tagen, also 4.000 Stunden. Drei Schichten an 330 Tagen ergeben 7.920 Stunden, gerundet 8.000 Stunden. Wer die tatsächlichen Laufzeiten kennt, rechnet mit diesen Werten.

Rechenmodell für 1 mm, 3 mm und 5 mm

Das Modell unterstellt 6 bar Netzdruck und 0,1 kWh je Normkubikmeter. Der Wert ist ein typischer Anhaltswert für ölfreie und ölgeschmierte Kompressoren. Die Tabelle zeigt Luftverlust und Strombedarf.

Tabelle vergleicht Luftverlust und Strombedarf von 1, 3 und 5 mm Leckagen ('Leckageerkennung Kosten: Verluste in Euro pro Jahr berechnen')
Die Tabelle zeigt, wie stark Luftverlust und Strombedarf mit dem Lochdurchmesser steigen. Image: Druckluftbrevier

Der spezifische Strombedarf hängt von Druckniveau, Kompressorenbauart und Kühlung ab. Bei 8 bar steigt er, bei 6 bar sinkt er. Wer den exakten Wert braucht, misst den Stromverbrauch je erzeugtem Normkubikmeter. Für die Überschlagsrechnung bleibt 0,1 kWh je Normkubikmeter ein belastbarer Startwert.

Der Ausflussbeiwert liegt typisch zwischen 0,6 und 1,0. Scharfe Bohrungen erreichen höhere Werte, undichte Gewinde niedrigere. Die Tabelle nutzt einen mittleren Wert. Bei rauen Öffnungen oder fehlenden Dichtflächen können die Verluste um 30 Prozent steigen.

Beispielrechnung in Euro pro Jahr

Der Strompreis beträgt im Beispiel 20 Cent je kWh netto. Das entspricht 23,80 Cent je kWh brutto. Die folgende Tabelle nennt die reinen Energiekosten ohne Mess- und Reparaturkosten.

Tabelle zeigt jährliche Energiekosten von 1, 3 und 5 mm Leckagen ('Leckageerkennung Kosten: Verluste in Euro pro Jahr berechnen')
Die Beispielrechnung macht die jährlichen Energiekosten pro Leckage in Euro sichtbar. Image: Druckluftbrevier

Ein 5-mm-Leck kann also mehr kosten als eine kleine Kompressorwartung. Schon ein einzelnes 3-mm-Leck erreicht bei 8.000 Stunden einen Betrag von 5.184 Euro netto. Die Mehrwertsteuer ist bei Vorsteuerabzugsberechtigung kein Kostenfaktor. Für Kommunen und nicht vorsteuerabzugsberechtigte Betriebe zählt der Bruttobetrag.

Die Strompreise nach BDEW schwanken nach Abnahmemenge, Netzentgelten und Steuern. Ein Betrieb mit 160.000 kWh Jahresverbrauch zahlt andere Sätze als ein Großverbraucher mit 10 Millionen kWh. Rechnen Sie deshalb mit dem eigenen Beschaffungspreis. Der Wert 20 Cent je kWh netto dient nur als Vergleichsbasis.

Messkosten, Förderung und Amortisation

Im Rechenbeispiel setzen wir 3.000 Euro netto für eine externe Leckageortung an. Bei 2.592 Euro vermiedenen Energiekosten amortisiert sich die Messung nach etwa 14 Monaten. BAFA-Zuschüsse senken den Aufwand zusätzlich. Das BAFA fördert im Rahmen der Bundesförderung für Energieeffizienz in der Wirtschaft investive Maßnahmen und Beratungen.

Die Förderdatenbank des Bundes listet die Programme. Für Unternehmen kommen auch die KfW-Förderangebote für Energieeffizienz und Umweltschutz infrage. Prüfen Sie Fördersätze und Bedingungen vor der Beauftragung, weil Programme befristet sind.

Die Amortisation verbessert sich, wenn mehrere Leckagen bei einer Begehung gefunden werden. Ein Ortungslauf erfasst das gesamte Netz. Die Reparaturkosten kommen als zweite Position hinzu. Ein neuer Dichtring kostet oft nur wenige Euro, eine Kupplung oder ein Ventil deutlich mehr.

Checkliste für die Kostenrechnung

  • Betriebsstunden aus dem Lastprofil ableiten, nicht schätzen.
  • Strompreis netto und brutto getrennt führen.
  • Leckagegrößen und Anzahl dokumentieren.
  • Messkosten und Förderung als eigene Position aufführen.

Häufige Fragen

Wie viel Druckluft verliert ein 1-mm-Leck bei 6 bar?

Bei 6 bar und einem typischen Ausflussbeiwert strömen etwa 60 Liter pro Minute aus. Der Wert steigt mit dem Druck und dem Ausflussbeiwert.

Welche Kosten entstehen bei 8.000 Betriebsstunden?

Bei 20 Cent je kWh netto kostet das 1-mm-Leck rund 576 Euro, das 3-mm-Leck rund 5.184 Euro und das 5-mm-Leck rund 14.400 Euro pro Jahr.

Ist die Mehrwertsteuer in den Kosten enthalten?

Die Energiekosten fallen netto an, wenn Sie vorsteuerabzugsberechtigt sind. Ohne Vorsteuerabzug zahlen Sie 19 Prozent mehr, also 342,72 Euro beim 1-mm-Leck und 4.000 Stunden.

Welche Förderung senkt die Leckageerkennung Kosten?

Das BAFA und die KfW bieten Programme für Energieeffizienz. Die konkreten Sätze und Bedingungen stehen in der Förderdatenbank des Bundes und bei der KfW.

Wie oft sollte gemessen werden?

Eine regelmäßige Ortung, etwa jährlich oder nach Umbauten, hält das Netz dicht. Die Messkosten sind als zusätzliche Position in die Amortisation einzurechnen.

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