Schraubenkompressor in Druckluftstation mit Rohrleitungen und Manometern im Betrieb
Bild: Druckluftbrevier

Kompressoren

Teil von Druckluft Kompressoren: Auswahl für Industriebetriebe in Deutschland

Druckluft Kompressoren Kosten pro Betriebsstunde berechnen

Druckluft Kompressoren Kosten pro Betriebsstunde berechnen: Beispielrechnung mit 75 kW und 110 kW, Strompreis nach BDEW, Wartung, Investition und MwSt.

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Stromkosten dominieren: Bei 75 kW und 18,0 ct/kWh kostet eine Betriebsstunde rund 13,50 Euro netto, bei 110 kW rund 19,80 Euro netto.
  • Mit 4.000 Betriebsstunden pro Jahr liegen die Gesamtkosten bei etwa 14,45 Euro pro Stunde für 75 kW und 21,30 Euro pro Stunde für 110 kW, jeweils netto.
  • Wartung und Abschreibung machen zusammen etwa 3.800 bis 6.000 Euro pro Jahr aus und verändern den Stundenpreis um 0,47 bis 0,95 Euro netto.
  • Ein 75-kW-Schraubenkompressor kostet netto etwa 20.000 Euro, ein 110-kW-Modell etwa 32.000 Euro. Mit 19 Prozent MwSt. sind das 23.800 Euro und 38.080 Euro.

Stromkosten pro Betriebsstunde nach BDEW-Werten

Der Stromverbrauch ist der größte Kostenblock. Die BDEW-Strompreisanalyse weist für Industriekunden Preise in der Größenordnung von 17 bis 20 ct/kWh aus. Für die Rechnung wird ein Netto-Arbeitspreis von 18,0 ct/kWh angesetzt. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz betont, dass effiziente Antriebe und die Vermeidung von Leerlauf die Energiekosten senken; die Energieeffizienz-Rahmenbedingungen des BMWK gelten auch für Druckluftsysteme.

Die Formel lautet: Stromkosten pro Stunde = Motorleistung in kW × Strompreis in Euro pro kWh. Bei 75 kW ergibt das 75 × 0,18 = 13,50 Euro. Bei 110 kW ergibt das 110 × 0,18 = 19,80 Euro. Teillast senkt die Stromkosten, erhöht aber den spezifischen Verbrauch pro erzeugtem Kubikmeter Druckluft.

Beispielrechnung mit 75 kW und 110 kW

Die Tabelle rechnet mit 18,0 ct/kWh netto, einer Abschreibung über 10 Jahre und den unten genannten Wartungskosten. Alle Beträge in Euro.

Vergleichstabelle der jährlichen Kosten und Betriebsstundenpreise für 75-kW- und 110-kW-Kompressoren (Druckluft Kompressoren Kosten pro Betriebsstunde berechnen)
Die Beispielrechnung zeigt, wie sich Strom, Wartung und Abschreibung auf den Netto-Stundenpreis auswirken. Image: Druckluftbrevier
Position 75 kW, 4.000 h 75 kW, 8.000 h 110 kW, 4.000 h 110 kW, 8.000 h
Stromkosten je Jahr 54.000 108.000 79.200 158.400
Wartung je Jahr 1.800 1.800 2.800 2.800
Abschreibung je Jahr 2.000 2.000 3.200 3.200
Summe je Jahr 57.800 111.800 85.200 164.400
Kosten je Betriebsstunde netto 14,45 13,98 21,30 20,55
Kosten je Betriebsstunde mit 19 Prozent MwSt. 17,20 16,63 25,35 24,45

Die Tabelle zeigt: Mehr Betriebsstunden senken den Stundenpreis, weil die fixe Abschreibung auf mehr Stunden verteilt wird. Der Sprung von 4.000 auf 8.000 Stunden senkt den Netto-Stundenpreis beim 75-kW-Kompressor von 14,45 auf 13,98 Euro.

Wartungskosten, Abschreibung und Investitionssummen

Wartung umfasst Ölwechsel, Filter, Keilriemen und Dichtungen. Für 75 kW werden 1.800 Euro pro Jahr angesetzt, für 110 kW 2.800 Euro pro Jahr. Diese Werte entsprechen typischen Serviceverträgen; genaue Preise nennen Kaeser, Atlas Copco und BOGE auf Anfrage. Als Preisreferenz für die Investition dienen die Produktübersichten von Atlas Copco und Kaeser Schraubenkompressoren. Auch BOGE führt vergleichbare Modelle.

Die Investitionssummen in der Tabelle sind gerundete Marktwerte: 20.000 Euro netto für 75 kW, 32.000 Euro netto für 110 kW. Mit 19 Prozent MwSt. ergeben sich 23.800 Euro und 38.080 Euro. Die Abschreibung erfolgt linear über 10 Jahre: 2.000 Euro pro Jahr bei 75 kW, 3.200 Euro bei 110 kW.

So berechnen Sie die Kosten pro Betriebsstunde in fünf Schritten

  1. Nennleistung in kW und erwartete Betriebsstunden pro Jahr festlegen.
  2. Aktuellen Strompreis in Euro pro kWh einsetzen, zum Beispiel 0,18 Euro netto.
  3. Wartungskosten pro Jahr aus dem Servicevertrag oder der Ersatzteilplanung übernehmen.
  4. Investitionssumme durch die Nutzungsdauer teilen, um die jährliche Abschreibung zu erhalten.
  5. Alle Jahreskosten addieren und durch die Betriebsstunden teilen, anschließend 19 Prozent MwSt. aufschlagen.

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Einfluss von Lastprofil und Leckagen

Die Kosten pro Betriebsstunde gelten für Vollast. Im Teillastbetrieb sinkt die aufgenommene Leistung, die spezifische Leistung pro Kubikmeter Druckluft steigt jedoch. Ein Lastprofil mit häufigen Leerlaufphasen erhöht den Verbrauch.

Leckagen wirken wie zusätzliche Verbraucher. Eine 1-mm-Leckage bei 7 bar verliert etwa 1,2 Liter pro Sekunde, also rund 4,3 Kubikmeter pro Stunde. Bei einem spezifischen Verbrauch von 0,12 kWh pro Kubikmeter und 18,0 ct/kWh kostet diese Leckage etwa 0,09 Euro pro Stunde. Über 8.000 Betriebsstunden sind das rund 750 Euro pro Jahr.

Wer den Druck um 1 bar senkt, reduziert den Energiebedarf um etwa 6 bis 8 Prozent. Das senkt die Kosten pro Betriebsstunde beim 75-kW-Kompressor um etwa 0,80 bis 1,10 Euro netto. Diese Zusatzkosten fallen unabhängig von der Auslastung an.

Häufige Fragen

Wie hoch sind die Stromkosten pro Betriebsstunde bei 75 kW?

Bei 75 kW und 18,0 ct/kWh netto sind es 13,50 Euro pro Stunde im Vollastbetrieb. Mit 19 Prozent MwSt. sind es 16,07 Euro.

Was kostet ein 110-kW-Kompressor pro Stunde?

Bei 110 kW und 18,0 ct/kWh netto sind es 19,80 Euro pro Stunde. Mit 19 Prozent MwSt. sind es 23,56 Euro.

Warum sinken die Kosten pro Betriebsstunde mit mehr Betriebsstunden?

Die Abschreibung ist ein fester Jahresbetrag. Bei 8.000 statt 4.000 Stunden verteilt sich derselbe Betrag auf doppelt so viele Stunden. Der Effekt ist beim 75-kW-Modell 0,47 Euro pro Stunde netto.

Welche Wartungskosten sind realistisch?

Für 75 kW werden 1.800 Euro pro Jahr angenommen, für 110 kW 2.800 Euro pro Jahr. Enthalten sind Ölwechsel, Filter und Dichtungen. Höhere Laufleistungen erfordern kürzere Intervalle.

Sind die Investitionssummen netto oder brutto?

Die 20.000 Euro und 32.000 Euro sind Nettowerte. Mit 19 Prozent MwSt. ergeben sich 23.800 Euro und 38.080 Euro. Vorsteuerabzugsberechtigte Betriebe rechnen mit Nettowerten. Für die Kostenrechnung ist der Nettowert maßgeblich.

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