
Kompressoren
Teil von Druckluft Kompressoren: Auswahl für Industriebetriebe in Deutschland
Druckluft Kompressoren Wartung in 5 Schritten planen
Wartung von Druckluft Kompressoren in 5 Schritten planen: Intervalle in Betriebsstunden, Ersatzteilpreise, Servicepauschalen und Dokumentation nach BetrSichV.
Das Wichtigste auf einen Blick
Schritt 1: Anlagen und Betriebsstunden erfassen
Zuerst listen Sie alle Druckluft Kompressoren mit Standort, Baujahr, Typ und Nennleistung auf. Notieren Sie den Zählerstand der Betriebsstunden und das Datum der letzten Wartung. Zuständig ist der Meister der Instandhaltung, der die Daten in einer Anlagenkartei zusammenführt.
Erfassen Sie auch die Betriebsbedingungen: Umgebungstemperatur, Staubbelastung und jährliche Laufleistung. Ein Kompressor in einer Gießerei erreicht andere Intervalle als ein Gerät in einer lackierfreien Halle. Die BetrSichV fordert eine Gefährdungsbeurteilung, die diese Bedingungen berücksichtigt.
Legen Sie für jeden Kompressor eine eigene Kennnummer fest. Diese Nummer nutzen Sie später im Wartungsplan und im Wartungsbuch. Erfassen Sie auch die Betriebsstunden pro Monat, um den nächsten Wartungstermin zu berechnen.
Schritt 2: Wartungsintervalle aus Herstellerangaben ableiten
Die Intervalle stehen im Wartungshandbuch des Herstellers. Kaeser, Atlas Copco, BOGE und CompAir geben Betriebsstunden und Kalendergrenzen an, wobei der jeweils frühere Wert gilt. Typische Richtwerte zeigt die folgende Tabelle.
| Bauteil | Intervall in Betriebsstunden | Zuständigkeit |
|---|---|---|
| Luftfilter | 1.000 bis 2.000 | Instandhaltung |
| Ölfilter | 2.000 | Instandhaltung |
| Ölabscheider | 4.000 | Instandhaltung |
| Keilriemen | 4.000 bis 6.000 | Instandhaltung |
| Kühler reinigen | 2.000 | Instandhaltung |
Die Produktdaten und Auswahlinformationen zu Schraubenkompressoren für Industriebetriebe von Kaeser nennen darüber hinaus Ölwechselintervalle, die von der Ölsorte abhängen. Bei Außenaufstellung oder hoher Feuchtigkeit verkürzen Sie die Intervalle um 20 bis 30 Prozent. Legen Sie für jedes Bauteil einen Auslöser fest: Betriebsstunden, Kalenderzeit oder Messwert.
Bei Kompressoren mit Wärmerückgewinnung prüfen Sie zusätzlich die Wärmetauscher. CompAir gibt für einige Baureihen 3.000 Betriebsstunden für den Ölwechsel an.
Schritt 3: Ersatzteile und Preise kalkulieren
Für die Planung brauchen Sie Preise pro Bauteil und Servicepauschalen pro Jahr. Die folgende Beispielrechnung zeigt Netto- und Bruttopreise mit 19 Prozent MwSt. für einen 45-kW-Schraubenkompressor.
| Position | Preis netto | Preis mit 19 Prozent MwSt. |
|---|---|---|
| Ölfilter | 35 Euro | 41,65 Euro |
| Luftfilter | 55 Euro | 65,45 Euro |
| Ölabscheider | 180 Euro | 214,20 Euro |
| Keilriemensatz | 120 Euro | 142,80 Euro |
| Servicepauschale pro Jahr | 1.800 Euro | 2.142 Euro |
Die Preise sind Beispielwerte und variieren nach Hersteller, Baugröße und Liefervertrag. Fragen Sie bei Atlas Copco und BOGE Angebote für einen Full-Service-Vertrag an. Rechnen Sie mit 1.200 bis 2.800 Euro netto pro Jahr für einen Kompressor dieser Leistungsklasse. Ein Vollwartungsvertrag deckt Teile und Arbeit ab, ein Teilwartungsvertrag nur die Arbeitszeit.
Planen Sie einen jährlichen Betrag für unvorhergesehene Reparaturen ein. Rechnen Sie mit 10 bis 15 Prozent der Servicepauschale als Reserve.
Schritt 4: Servicevertrag und Zuständigkeiten festlegen
Legen Sie schriftlich fest, wer welche Tätigkeit ausführt. Eigene Mitarbeiter übernehmen Sichtprüfungen und das Reinigen des Kühlers, der externe Dienstleister tauscht Ölfilter, Luftfilter und Ölabscheider. Vereinbaren Sie Reaktionszeiten, etwa 24 Stunden bei Stillstand, und Ersatzteilverfügbarkeit.
Prüfen Sie, ob der Dienstleister Originalteile oder gleichwertige Teile einsetzt. Die Produktinformationen zu Schrauben- und Kolbenkompressoren von BOGE weisen auf freigegebene Ersatzteile hin, die die Gewährleistung erhalten. Halten Sie im Vertrag fest, ob der Service die Dokumentation übernimmt oder ob Sie sie selbst führen.
Bestimmen Sie einen Verantwortlichen für die Freigabe von Wartungsarbeiten. Dieser trägt die Arbeiten im Wartungskalender ein und prüft die Ausführung.
Schritt 5: Dokumentation und Prüfungen nach BetrSichV
Die BetrSichV verlangt, dass Sie Wartung und Prüfung dokumentieren. Führen Sie ein Wartungsbuch mit Datum, Betriebsstundenstand, ausgetauschten Teilen und Prüfergebnis. Die Verordnung über Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Verwendung von Arbeitsmitteln regelt Prüffristen und die Gefährdungsbeurteilung.
Die Technischen Regeln für Betriebssicherheit der BAuA konkretisieren, wie Sie Prüfungen an Druckluftanlagen planen. Für Druckbehälter gelten zusätzlich Prüffristen nach Betriebssicherheitsverordnung. Bewahren Sie die Nachweise mindestens bis zur nächsten Prüfung auf, bei Druckbehältern über die gesamte Nutzungsdauer.
Für Druckbehälter mit einem Volumen über 1.000 Liter gilt eine Prüffrist von zehn Jahren. Die Prüfung führt eine zugelassene Überwachungsstelle durch.
Häufige Fragen
Wie oft muss ein Ölfilter gewechselt werden?
Der Wechsel ist meist nach 2.000 Betriebsstunden oder einmal jährlich fällig. Der frühere Termin gilt.
Welche Kosten fallen pro Jahr für die Wartung an?
Für einen 45-kW-Kompressor liegen die Servicepauschalen zwischen 1.200 und 2.800 Euro netto pro Jahr, zuzüglich Ersatzteilen.
Wer darf Wartungsarbeiten am Kompressor ausführen?
Arbeiten an der Elektrik und am Druckbehälter dürfen nur befähigte Personen ausführen. Einfache Sichtprüfungen kann geschultes Personal übernehmen.
Was muss nach BetrSichV dokumentiert werden?
Datum, Art und Umfang der Prüfung, Ergebnis und Name des Prüfers. Die Dokumentation gehört zur Anlagenakte.
Sind die Intervalle für alle Kompressoren gleich?
Nein. Hersteller, Betriebsbedingungen und Ölsorte beeinflussen die Intervalle. Passen Sie die Planung an die Angaben im Wartungshandbuch an.



